Jahresbericht 2019

Bericht des Vorstandes

Roland Schäfer
Dimitrios Meletoudis
Volker Gaa
Gerhard Rübenacker
Geschäftliche Entwicklung

Nach vielen Jahren des Aufschwungs verminderten sich 2019 die konjunkturellen Auftriebskräfte in Deutschland merklich. Die Auslastung der Produktionsfaktoren ging erheblich zurück. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Vorjahresvergleich lediglich um 0,6 %, nachdem es 2018 noch um 1,5 % zugenommen hatte. In den Jahren 2017 und 2016 war das BIP sogar um 2,5 % beziehungsweise 2,2 % expandiert. Gesamtwirtschaftlich gesehen war im Jahr 2019 zu spüren, dass die noch in 2018 ordentliche Wachstumslage im letzten Jahr an Schwung verloren hat.

Die Volksbank Bruchsal-Bretten eG ist seit über 150 Jahren mit der Region und ihrer Wirtschaft verwurzelt. Die auf Beständigkeit und Kontinuität ausgerichtete Geschäftspolitik zeigt sich seit Jahren erfolgreich. So konnte die Bank auch in 2019, trotz eines anhaltend schwierigen Marktumfeldes, ihre Marktposition festigen und Zuwächse bei Einlagen und Krediten verzeichnen. Die Volksbank Bruchsal-Bretten eG blickt damit auf eine positive Geschäftsentwicklung und ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück.

Die Forderungen an Kunden haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 104 Mio. Euro weiter auf 1,6 Mrd. Euro erhöht. Auch die Kundeneinlagen entwickelten sich positiv und stiegen im Berichtszeitraum 1,42 Mrd. EUR an. Der Trend zu kurzfristig verfügbaren Anlageprodukten blieb weiterhin ungebrochen. Die Bilanzsumme konnte um 104 Mio. Euro auf 1,86 Mrd. Euro gesteigert werden. Unter Berücksichtigung der außerbilanziellen Geschäfte ergibt sich ein betreutes Gesamtkundenvolumen von

Vermögens- und Finanzanlage

Die Vermögens- und Finanzlage der Bank ist geordnet. Zur Deckung der Risiken wurde in angemessenem Umfang Vorsorge getroffen. Angemessene Eigenmittel, auch als Bezugsgröße für eine Reihe von Aufsichtsnormen, bilden neben einer stets ausreichenden Liquidität die unverzichtbare Grundlage der soliden Geschäftspolitik. Die Anforderungen der Capital Requirements Regulation (CRR) wurden im Geschäftsjahr 2019 gut eingehalten. Den Mindestreserveverpflichtungen sind wir stets nachgekommen. Die Zahlungsbereitschaft unserer Bank war in 2019 zu jedem Zeitpunkt gegeben.

Ertragslage

Der Provisionsüberschuss liegt bei 11,78 Mio. Euro. Erfolgsfaktor ist insbesondere das Vermittlungsgeschäft. Der Zinsüberschuss fiel im Jahr 2019 – aufgrund des historisch niedrigen Zinsniveaus und des gesamtwirtschaftlich rückläufigen Wirtschaftswachstums - auf 31,85 Mio. Euro. Wir haben und werden auch zukünftig Maßnahmen ergreifen, die uns bei anhaltendem Niedrigzinsniveau, schwachem Wirtschaftswachstum und gerade in Krisenzeiten wie in der aktuellen Corona-Pandemie ein akzeptables Zinsergebnis ermöglichen.

Dennoch müssen wir für die Zukunft mit einem weiter rückläufigen Zinsergebnis rechnen. Die Verwaltungsaufwendungen lagen über dem Planwert bei insgesamt 32,4 Mio. Euro. Die Personalkosten erhöhten sich insbesondere aufgrund von Altersteilzeitverträgen auf 21,1 Mio. Euro. Damit ermöglichen wir unseren langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern früher in den Ruhestand zu gehen.

Für das Geschäftsjahr 2019 können wir ein positives Bewertungsergebnis von 27,8 Mio. Euro ausweisen. Das ist darin begründet, weil wir stille Rücklagen, die wir aufsichtsrechtlich nicht mehr berücksichtigen dürfen, in offene Rücklagen umwandeln. So erhalten diese Beträge eine aufsichtsrechtliche Anerkennung als Eigenkapitalbestandteil.

 

Ausblick

Das Vertrauen in unsere Volksbank, in ihr Geschäftsmodell und in ihre Geschäftspolitik ist weiter angewachsen. Die Volksbank Bruchsal-Bretten eG legt großen Wert auf ihre genossenschaftliche Ausrichtung und die damit verbundene Mitgliederorientierung. Im Vordergrund steht eine an den Bedürfnissen der Mitglieder ausgerichtete, mehrwertstiftende und nachhaltige Partnerschaft.

Gerade in Krisenzeiten wie diesen macht sich das enorme Vertrauen unserer Mitglieder und Kunden bemerkbar. Gerade jetzt wird eine vertrauensvolle und partnerschaftliche Bindung umso wichtiger. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern werden wir Wege und Lösungen finden, die Herausforderungen der Krise bewältigen.

Wirtschaftlich werden die Auswirkungen der Krise sichtbar, die Wirtschaftslage ist angespannt. Im Jahr 2020 werden wir für Kreditrisikovorsorge einen deutlich höheren Betrag zur Verfügung stellen müssen. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie trifft auch unsere Mitglieder und Kunden.

Wir helfen dabei mit Ratenstundungen und Sonderkrediten, wo wir können und trotzdem ist die Pandemie für einige Kreditnehmer existenzgefährdend und somit müssen wir mit Kreditausfällen rechnen. Das haben wir verantwortungsvoll in unserer Planung berücksichtigt.

Dennoch gilt: So viel Kraft uns diese Krise auch kostet, als größte Personenvereinigung der Region blicken wir positiv in die Zukunft. Wir nutzen die Kraft unserer Gemeinschaft. Die Kraft, die uns stark macht. So wird es uns durch die Fusion mit der Volksbank Stutensee-Weingarten eG gelingen, weitere Kräfte zu entfalten, zu bündeln und dort einzusetzen, wo es sinnvoll ist.

Auch die konsequente Vertriebsausrichtung im Omnikanalmodell, die permanente Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die laufende Optimierung von Abläufen und Strukturen werden weiterhin wichtige Schwerpunkte unseres Hauses bleiben, die uns zukunftsfähig machen.

Wir sind zuversichtlich, auch in den Geschäftsjahren 2020 und 2021 trotz der Corona-Pandemie, der daraus resultierenden angespannten Wirtschaftslage und im weiterhin schwierigen Geld- und Kapitalmarktumfeld ein noch zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen.

Bretten, Oktober 2020
Der Vorstand


Bericht des Aufsichtsrats

Thomas Ackermann

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben erfüllt. Er nahm seine Überwachungsfunktion wahr und fasste die in seinen Zuständigkeitsbereich fallenden Beschlüsse, dies beinhaltet auch die Befassung mit der Prüfung nach § 53 GenG.

Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers überwacht. Insbesondere beinhaltete die Überprüfung, dass keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen von Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, erbracht wurden. Bei zulässigen Nichtprüfungsleistungen lagen die erforderlichen Genehmigungen vor.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat und die Ausschüsse des Aufsichtsrates in regelmäßig stattfindenden Sitzungen über die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie über besondere Ereignisse. Darüber hinaus stand der Aufsichtsratsvorsitzende in einem engen Informations- und Gedankenaustausch mit dem Vorstand.

Der vorliegende Jahresabschluss 2019 mit Lagebericht wurde vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband e.V. geprüft. Über das Prüfungsergebnis wird in der Vertreterversammlung berichtet.

Den Jahresabschluss mit Anhang, den Lagebericht und den Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses hat der Aufsichtsrat geprüft und für in Ordnung befunden. Der Vorschlag für die Verwendung des Jahresüberschusses – unter Einbeziehung des Gewinnvortrages – entspricht den Vorschriften der Satzung.

Der Vorstand hat den Jahresabschluss zum 31.12.2019 aufgestellt, der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss im Juni 2020 festgestellt. Der Aufsichtsrat empfiehlt der Vertreterversammlung die vorgesehene Ergebnisverwendung.

Der Aufsichtsrat bestand aus 8 Mitgliedern. Dieses Jahr scheidet Frau Christiane Melter-Wonneberg aus dem Aufsichtsrat aus. Die Wiederwahl des ausscheidenden Mitglieds Christiane Melter-Wonneberg ist zulässig und wird der Vertreterversammlung vorgeschlagen.

Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Dank für die geleistete Arbeit aus.

Bretten, Oktober 2020

Aufsichtsratsvorsitzender
Thomas Ackermann


Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Die Vertreterversammlung hat beschlossen, den Bilanzgewinn von 2.591.199,13 EUR wie folgt zu verwenden.