Einer der Höhepunkte des Mozart-Jubiläumstages war ohne Zweifel die Preisverleihung des vom Kunstverein Damianstor ausgeschriebenen Wettbewerbs im Kammermusiksaal des Bruchsaler Schlosses.

Günter Wagner, 1.Vorsitzender des Kunstvereins, hob in seinen Begrüßungsworten die große Resonanz hervor, die der Wettbewerb gefunden habe: Aus ganz Deutschland, aber auch aus Österreich und der Schweiz wurden Beiträge eingereicht. Gleichzeitig bedankte sich Herr Wagner für die großzügige Unterstützung der Stiftung der Volksbank Bruchsal-Bretten, ohne die der Wettbewerb nicht hätte stattfinden können.

In ihrem Grußwort wies Frau Oberbürgermeisterin Petzold-Schick auf die Bedeutung hin, die Kulturelles, insbesondere auch die Kunst, im Leben einer Kommune habe. Sie bedankte sich beim Kunstverein Damianstor für sein kulturelles Engagement und auch bei denen, die es finanziell unterstützten.

Dr. Martina Wehlte stellte in ihrer Laudatio die Arbeiten der drei Preisträger vor. Jutta Albert aus Cottbus, Trägerin des 3. Preises, zeigt in ihrer Arbeit Briefe und gerollte Blätter aus Porzellan; die in die Kuverts geprägten Jahreszahlen, 1763 und 2013, schaffen die Verbindung zwischen Mozartjahr und heute. Ergänzt wird dieses Arrangement durch kopierte Brieffragmente von Leopold Mozart.

Der 2. Preis geht an Charlotte Schwarz-Sierp aus Bad Godesberg. In ihrer Arbeit „1.März 1945, Ave Maria“ zeigt sie die größtenteils zerstörte Fassade des Bruchsaler Schlosses hinter Trümmerbergen, die in Noten und Notenlinien übergehen. Sie setzen sich im Ausschnitt einer vergilbten, an einer Stelle angesengten Partitur des Ave Maria fort, die auf das Blatt geklebt ist. Die Botschaft der Künstlerin: Musik als dauerhaftes Kunst-Stück, als das, was Krieg und Zerstörung überlebt hat und die Menschen heute wieder zusammenführt.

Aus Wismar kommt Klaus-Dieter Steinberg, der Sieger des Wettbewerbs, mit seinem Objektkasten „Des Wunderkindes Goldenes Händchen oder der direkte Weg“: Die aus der Rüschenmanschette herausragende Hand, die das Blatt gar nicht mit der Feder beschreiben, die keine Taste drücken muss, um die Klaviermusik zum Klingen zu bringen, veranschaulicht die Idee vom direkten Weg der Intuition zur Realisation der Musik. Ein einfallsreiches, präzise ausgeführtes Arrangement.

Die Veranstaltung schloss mit der Preisübergabe durch Roland Schäfer, Vorstand der Stiftung der Volksbank Bruchsal-Bretten. Sämtliche Arbeiten des Wettbewerbs sind in den nächsten Tagen im Damianstor zu besichtigen (und auch käuflich zu erwerben). In den Beiträgen spiegelt sich eindrucksvoll, wie unterschiedlich die Vorstellungen der einzelnen Künstler von dem musikalischen Ausnahmemenschen Mozart, von seiner Zeit und seinem Nachwirken sind.