Azubi-Sozialprojekt „Seitenwechsel“

Seit vielen Jahren engagiert sich die Volksbank Bruchsal-Bretten eG im sozialen Bereich. So wurde auch das Projekt „Seitenwechsel“ ins Leben gerufen. Hierbei dürfen die Auszubildenden des ersten Ausbildungsjahres für eine Woche in eine soziale Einrichtung, um sich dort neuen Herausforderungen zu stellen und Erfahrungen zu sammeln. Unsere Kooperationspartner sind unter anderem die Diakonie, Lebenshilfe und Caritas.

Bericht unserer Auszubildenden Nathalie Hoffmann

Mit dem „Seitenwechsel“-Projekt der Volksbank Bruchsal-Bretten durfte ich im September 2020 eine Woche lang Erfahrung in einer sozialen Einrichtung sammeln und über den Tellerrand meines Ausbildungsberufes hinausschauen.

Ich war in der Offenen Hilfe der Lebenshilfe in Bruchsal eingeteilt. Die Offene Hilfe ist eine Einrichtung von und für Familien mit geistig oder seelisch behinderten Kindern. Das Ziel der Offenen Hilfe der Lebenshilfe ist es, Familien zu entlasten und zu unterstützen, durch ausreichende Beratung, Freizeitangebote für die Kinder und einer Tagesbetreuung.

Es erwartete mich dort eine Gruppe von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Fachleuten, die sich sehr gut mit dem Thema Behinderung auskennen. Während meiner Seitenwechsel-Woche waren meine Aufgaben, als ehrenamtliche Betreuerin, mit den dortigen Kindern zu spielen und diese individuell zu betreuen.

Die Einrichtung besitzt einen Innen- und einen Außenbereich. Der Innenbereich besteht aus zwei Räumen. Der größere Raum ist der Aufenthaltsraum, bei dem die Kinder verschiedenste Möglichkeiten zum Spielen finden und für jedes Kind etwas dabei ist (von Brettspielen bis hin zu Malbüchern, Bauklötzen etc). Der kleinere Raum ist ein Rückzugsort, an dem sich die Kinder auch mal zurückziehen können. Er ist ausgestattet mit einem gemütlichen Bett und einer Couch. Der Außenbereich ist mit einem kleinen Sandspielplatz ausgerüstet, der gerne genutzt wird. Neben dem Spielplatz befindet sich noch ein kleiner Hof, auf dem sich die Kinder austoben können. Oft wurde er genutzt, um Kettcar zu fahren oder Fußball zu spielen.

Morgens frühstückten wir mit den Kindern zusammen und informierten sie was den Tag über so ansteht. Oft ging man auf Ausflüge bei denen man tolle Orte besuchte, wie die Wilhelma in Stuttgart oder das Märchenparadies in Heidelberg. Dabei wurde im Voraus festgelegt welcher Betreuer auf welches Kind ein Auge haben muss, damit auch gewährleistet ist, dass auf jedes Kind aufgepasst wird und die Gruppe zusammenbleibt.

Dort verbrachte man dann den Tag bis man um 16 Uhr wieder in der Einrichtung war und die Eltern die Kinder abholten. Wenn man nicht auf einem Ausflug war, versuchte man den Tag so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, damit den Kindern nicht langweilig wird. Man ging zum Beispiel auf Spielplätze in der Nähe oder zusammen Eis essen.

Die Zeit in der Offenen Hilfe möchte ich nicht missen. Ich schloss die Gruppe und die Kinder sehr schnell ins Herz und ich hatte eine Menge Spaß. Die Woche hat mir sehr viele Gefühle und Emotionen beschert und ich habe ganz viele tolle, aber auch schwierige Erfahrungen machen dürfen. So gemischt wie die Woche verlief, ist eins deutlich klar geworden: Die Offene Hilfe ist ein Ort, an dem man Spaß hat, sich nicht verstellen muss und man immer wieder gerne hingeht. Umso mehr gefreut hat mich, dass mir die Möglichkeit gegeben wurde durch die Stiftung der Volksbank Bruchsal-Bretten eG eine Spende in Höhe von 220€ an die Offene Hilfe der Lebenshilfe zu spenden. Mit dieser Spende konnte ein neues Kettcar für die Kinder besorgt werden.

Ich wurde in meiner Seitenwechsel-Woche sehr von den Mitarbeitern unterstützt. Sie sind alle sehr engagiert gewesen und dafür bin ich dankbar, denn ich konnte von ihrer sozialen Einstellung viel lernen! Auch bei den Eltern der Kinder konnte man immer sehr viel Dankbarkeit und Freude erkennen, dass es solch eine tolle Einrichtung gibt. Ich danke der Volksbank Bruchsal-Bretten eG, dass ich einen Einblick in diese soziale Einrichtung bekommen durfte und viele neue Erfahrungen sammeln konnte.