46. ordentliche Vertreterversammlung

Eine starke Idee: Die Genossenschaftsidee ist immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe der Menschheit!

Roland Schäfer, Vorstandsvorsitzender

„Eine Idee, die auf Werten basiert. Eine Idee, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Eine Idee, die die Welt bewegt und dennoch im Kern regional geprägt ist.“, so Roland Schäfer, Vorstandsvorsitzender, zu Beginn seiner Rede bei der 46. ordentlichen Vertreterversammlung vor rund 500 Vertreterinnen, Vertretern und Gästen im Hallensportzentrum „Im Grüner“ in Bretten. „Seit über 150 Jahren ist diese Idee der Antrieb der Volksbank Bruchsal-Bretten eG“.

Die Genossenschaftsidee ist weltweit ein Erfolgsmodell und wurde mittlerweile von der UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe der Menschheit ernannt. Auch die Volksbank Bruchsal-Bretten trägt dazu bei, die Idee Raiffeisens weiter um die Welt zu tragen und dient Genossenschaften und Genossenschaftsverbänden rund um den Globus als BestPractice-Beispiel. So besuchten Anfang 2018 Genossenschaftskollegen aus Mittelamerika die Volksbank Bruchsal-Bretten eG und holten sich Tipps und Umsetzungsbeispiele zu Themen wie Aus- und Weiterbildung, Gremien- und Innovationsarbeit.

Zuwächse im Kredit- und Einlagengeschäft

Über eine gute und zufriedenstellende Entwicklung im Geschäftsjahr 2017 berichtete Roland Schäfer bei der Vorstellung der Bilanzzahlen. Die Bilanzsumme der Volksbank Bruchsal-Bretten eG stieg per 31.12.2017 um 139 Mio. Euro auf 1.668 Mio. Euro. Im Kreditgeschäft konnte für das Geschäftsjahr 2017 ein starkes Wachstum verzeichnet werden. Dieses stieg um über 102 Mio. Euro auf 1.380 Mio. Euro an. Zuwächse gab es ebenfalls bei den Kundeneinlagen. Durch einen deutlichen Anstieg in den täglich fälligen Einlagen konnten Marktanteile gewonnen und die Kundengelder auf 1.277 Mio. Euro gesteigert werden.

Der erfreuliche Anstieg bei den Krediten und Einlagen zeigt eindrucksvoll, dass sich die mittelständischen Unternehmen und die Privatkunden in der Region auf die Volksbank Bruchsal-Bretten verlassen können. Ein Zeichen, dass die Menschen dem einzigartigen, über 150 Jahre alten genossenschaftlichen Geschäftsmodell vertrauen.

Dem moderat rückläufigen Zinsüberschuss in Höhe von 30,8 Mio. Euro und dem leicht steigenden Kostenblock der allgemeinen Verwaltungsaufwendungen und Personalkosten, der Preis der Nähe vor Ort mit 35 Filialen, steht die Genossenschaft mit einer Kombination aus drei unterschiedlichen Lösungsansätzen gegenüber: Sie richtet das Geschäftsmodell konsequent an den Bedürfnissen der Kunden aus, sie verbessert ihre internen Prozesse, so dass diese wirtschaftlicher werden, und sie ist in einer an das Marktfeld angepassten Veränderungsgeschwindigkeit veränderungsfähig.

Der Bilanzgewinn liegt mit 2,8 Mio. Euro stabil auf Vorjahresniveau. Die Vertreterversammlung beschließt für das Geschäftsjahr 2017 die Auszahlung einer Dividende von 4,25 %– ein Wert, der deutlich über den momentanen Kapitalmarktrenditen liegt.

Über 48.300 Mitglieder – eine starke Gemeinschaft

Die Volksbank Bruchsal-Bretten eG richtet ihr Geschäftsmodell ganz nach den Bedürfnissen ihrer Mitglieder aus. In Form der Mitmachbank lebt sie das Mitmachen und Mitbestimmen durch ihre Mitglieder. Diese werden in die Weiterentwicklung der Bank aktiv eingebunden und helfen im Rahmen der Mitgliederakademie und des digitalen Mitgliedernetzwerks der Genossenschaft dabei, Lösungsansätze, Ideen und Innovationen zu entwickeln.

Gerade das Mitgliedernetzwerk bietet der Volksbank die Möglichkeit mit Mitgliedern in Kontakt zu bleiben – unabhängig von Zeit und Ort. Bei aktueller zunehmender Digitalisierung und Automatisierung eine wichtige Chance.

Weichen für erfolgreiche Zukunft werden gestellt

Die Volksbank Bruchsal-Bretten eG begegnet Herausforderungen, wie sich schnell verändernde Rahmenbedingungen, schnell voranschreitende Digitalisierung und immer schnellere Bedürfnisentwicklung mit dem Training und Ausbau ihrer Veränderungsfähigkeit.

Damit meint die Genossenschaft nicht nur Neues umzusetzen und Bestehendes umzugestalten, sondern Veränderungspotenziale aufzudecken und passende Lösungsansätze zu generieren.

Eine wichtige Initiative beschäftigt sich dabei mit der Zukunftsgestaltung der Filialen der Bank. Die Genossenschaftsbank entwickelt aktuell innovative Filialformate, um die Mitglieder- und Kundenanforderungen und -bedürfnisse optimal zu erfüllen.

Fest steht dabei eines: Nähe zum Kunden ist und bleibt Priorität für die Genossenschaftsbank.

Die Volksbank bietet ihren Kunden und Mitgliedern dabei verschiedene Zugangswege an, über die diese in Kontakt mit der Bank treten können, z. B. über die Filiale, das Telefon oder Smartphone. Nähe geschieht also omnikanal, auf verschiedenen Wegen.

Raum für „Querdenker“

Um sich an Veränderung anzupassen und in Zeiten zunehmender Digitalisierung und Innovation zukunftssicher zu machen, hat die Volksbank Bruchsal-Bretten die Innovationsarbeit in eine Innovationswerkstatt ausgelagert. Sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank beschäftigen sich darin mit den verschiedensten Trends. Hier geht es darum, quer zu denken. „Diesen Ansatz, dieses radikale Andersdenken, diese implizit zerstörerische Kraft brauchen wir. Wir brauchen sie, um die Zukunft meistern zu können.“, betonte Roland Schäfer.

Raiffeisenjahr 2018 – Der Urvater der Genossenschaften wird 200 Jahre!

Mit über 48.300 Mitgliedern ist die Volksbank Bruchsal-Bretten eG die größte Personenvereinigung der Region und verfolgt dabei ein klares Ziel: Die Förderung der Mitglieder im Sinne der genossenschaftlichen Idee. Im Jahr 2018 feiert diese Idee in Person ihres Mitbegründers Friedrich Wilhelm Raiffeisen den 200. Geburtstag.

Als einer der Gründerväter der Genossenschaftsidee stand für Friedrich Wilhelm Raiffeisen das Wohl der Gemeinschaft und nicht der Profit Einzelner im Mittelpunkt. Diese Idee ist bis heute gewachsen und aktuell: „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele!“. Mit dem Raiffeisenjahr wird diese Idee ein ganzes Jahr gefeiert und gewürdigt.

Auch die Volksbank Bruchsal-Bretten eG wird anlässlich des 200. Geburtstags Raiffeisens in der zweiten Jahreshälfte zwei Wettbewerbe ausrufen: In einem Fotowettbewerb für alle ab 15 Jahren rund um das Thema Raiffeisen und in einem Jugendwettbewerb unter dem Motto „Upcycling – wenn aus Abfall Kunst wird“, können sich Kreative und Kunstbegeisterte austoben.

Finanzielle Bildung

Die Stiftung der Volksbank Bruchsal-Bretten engagiert sich gemeinsam mit der Genossenschaftsbank für die Förderung der Finanzbildung junger Menschen der Region. Auch hier sieht sich die Genossenschaftsbank in der Verpflichtung, ihren Förderauftrag und ihre gesellschaftliche Verantwortung zu erfüllen. Gemeinsam mit einem Aktionsbündnis und der Stiftung Deutschland im Plus sensibilisiert die Volksbank Bruchsal-Bretten eG an Kooperationsschulen in der Region die Schülerinnen und Schüler, mithilfe von Fachvorträgen, Trainings und Workshops, für die Bedeutung von Geld. Darüber hinaus widmet sich die Stiftung der Volksbank Bruchsal-Bretten gemeinsam mit dem Salzachgymnasium Maulbronn der Förderung ökonomischer Bildung durch die Gründung einer Schülergenossenschaft.

„Viele schaffen mehr!“

Ganz im Sinne der genossenschaftlichen Idee, können Vereine, Organisationen oder gemeinnützige Einrichtungen der Region auf der Crowdfunding-Plattform der Volksbank Bruchsal-Bretten eG Spenden für ihre Projekte und Vorhaben sammeln. Was einer alleine nicht schafft, das schaffen in diesem Fall viele. Jeder Einzelne aus der Region kann die Projekte über die Spendenplattform mit bereits kleinen Geldbeträgen unterstützen. Die Stiftung der Volksbank Bruchsal-Bretten unterstützt die Projekte für jeden Spender mit zusätzlichen 10 Euro.

Wechsel im Aufsichtsrat

Nach fast 20 Jahren im Amt schied aus Altersgründen Wolfgang Schott aus dem Aufsichtsrat der Volksbank Bruchsal-Bretten eG aus. Für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit im Aufsichtsgremium der Volksbank überreichte ihm Verbandsprüfer Achim Fehringer die Silberne Ehrennadel des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes mit Urkunde. Neu in den Aufsichtsrat wurde von den Vertreterinnen und Vertretern einstimmig Frau Hildur Kirchdörfer aus Bruchsal gewählt. Die Herren Bodo Common, Reinhardt Schmid, Friedrich Zerrer und Volker Ihrig erhielten von der Versammlung erneut ein Mandat für weitere drei Jahre.

Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Ackermann ehrt den ausgeschiedenen Aufsichtsrat Wolfgang Schott.
Foto v.l.n.r.: Thomas Ackermann, Aufsichtsratsvorsitzender, Gerhard Rübenacker, Vorstand, Hildur Kirchdörfer, Aufsichtsrätin, Volker Gaa, Vorstand, Wolfgang Schott, ausgeschiedener Aufsichtsrat, Roland Schäfer, Vorstandsvorsitzender

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